Schuldenschnitt = versteckte Zwangsenteignung

by Markus Trauernicht on 27/10/2011

Was die Politik beim Schuldenschnitt offensichtlich vergessen hat, ist dass jetzt viele einzelne Menschen auf Eigentum verzichten müssen.

Private Rentenanlagen, welche in z.B. griechische Staatsanleihen investiert haben, müssen jetzt Federn lassen. Im Prinzip ist es eine Zwangsenteignung, was da gerade geschieht.

  • Wann geht es noch offensichtlicher an das private Sparvermögen der europäischen Bürger? Das kann viele Formen annehmen. In Südafrika ist es heute z.B. normal, dass man nicht sein ganzes Vermögen mitnehmen kann, wenn man auswandert.
  • Auch der Solidaritätszuschlag ist eine Zwangsabgabe, die laut Planung schon seit vielen Jahren hätte abgeschafft werden sollen.

Inzwischen sind wir so weit, dass es wirtschaftlich nicht nachhaltig nach oben gehen kann, solange es den Euro gibt. Natürlich geht es zwischenzeitlich nach oben, wenn die Politik mal wieder eine kurzfristige Lösung gefunden hat. Lassen Sie sich nicht davon blenden.

  • Die Politik vergisst, dass es darum geht die Wirtschaftsunion zu retten. Der Euro steht da schon sehr offensichtlich im Weg. Der Euro war nur ein Mittel zum Zweck, der Wirtschaftsunion. Doch der Euro hat sich als das unpassende Werkzeug entpuppt.

Was kommt nach dem Schuldenschnitt Griechenlands?

Sind die Griechen jetzt bereit das zu machen, was notwendig ist um nicht neue Schulden aufzubauen? Zum Beispiel die notwendige Zahl an Beamten in Griechenland zu entlassen? Jeder weiß, dass Griechenland genau so weiter machen kann wie bisher – Drohungen über Zahlungsverzögerungen der EU sind sind nicht durchzusetzen – denn sonst “geht ja der Euro kaputt”. Griechenland hat jetzt erst recht einen Stapel Blankochecks bekommen, die Kontrollen sind jetzt dafür da, das “eigene Gesicht der EU zu wahren”.

  • Und die Italiener – mit dem drittgrößten Schuldenberg der Welt – ist das eine starke Garantie für den Euro? Italien ist zugleich der drittgrößte Einzahler in die EU.

Dann noch die ganz bitteren Fragen: Wie sicher ist die private Rentenanlage, die traditionell in “sichere konservative” Staatsanleihen investiert. Wie viele Schuldenschnitte und Schuldenerlasse stehen und noch bevor? Und wie spiegelt sich das im Wert der privaten Rentenanlage? Und was mit der Kaufkraft die am Ende bei der Auszahlung einer Rentenversicherung übrig ist?

  • Die eigene Bildung (aber nicht Titelsucht), die Fähigkeit ein Geschäft aufzubauen, ohne auf dem Level des niedrigsten Preises zu konkurrieren, wird durch dies alles als die beste und sicherste Investition bestätigt.

Markus Trauernicht

P.S.: Die Krise als rein psychologisch zu betrachten ist naiv. Geld ist eine Diva. Und Geld fließt auf Dauer dorthin wo echte Werte geboten werden. Hier geht es um Wirkungen aufgrund von Ursachen. Und um massive Verflechtungen.

 

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